Schnecken, Asseln und die Nachbarskatze: die Ernte ohne Gift schützen

Es gibt wenig Ärgerlicheres, als Monate auf die ersten Pilze zu warten und dann an einem Morgen festzustellen, dass etwas anderes schneller bei der Ernte war. Die Frage, die darauf meist folgt: Darf ich dagegen etwas spritzen? Kurze Antwort: nein, und es ist auch nicht nötig. Alles, was du auf einen Pilz sprühst, isst du mit, denn ein Fruchtkörper besteht zu neunzig Prozent aus Wasser, das er rasend schnell aus seiner Umgebung aufnimmt. Zum Glück lassen sich alle Naschkatzen ohne Gift abschrecken.

Wer frisst da von meinen Pilzen?

Der Schaden verrät den Täter. Glatte, ausgeschabte Mulden und Schleimspuren: Schnecken. Kleine runde Bisse an den Rändern und Höhlungen im Stiel: Asseln und Springschwänze. Grob abgebrochene oder komplett verschwundene Pilze: Eichhörnchen, Vogel oder Maus. Und ein umgeworfener oder zerkratzter Zuchteimer ist selten ein hungriges Tier, das ist die Nachbarskatze, die deine Zucht als Kratzbaum entdeckt hat.

Schnecken: die Hauptverdächtigen

Schnecken riechen junge Pilze aus Metern Entfernung und arbeiten sie in einer Nacht weg. Die Verteidigung ist einfach und zweifach. Erstens: Verstecke beseitigen. Schnecken sitzen tagsüber unter Brettern, Töpfen und dicken Mulchschichten, wenige Meter von ihrem Esstisch entfernt. Zweitens: eine Barriere legen. Ein breiter Ring aus scharfem Sand, zerbrochenen Muschelschalen oder Lavagrus um den Stamm wirkt gut, besonders wenn er trocken bleibt. Kupferband, bekannt aus dem Gemüsegarten, funktioniert auch am Zuchteimer.

Wer Stämme aufrecht stehen hat, wie wir es für kleine Gärten empfohlen haben, hat gleich einen Vorsprung: Je höher der Pilz, desto länger der Anmarschweg, auf dem sich eine Schnecke abfangen lässt. Und die altmodische Abendrunde mit Taschenlampe bleibt die wirksamste Maßnahme überhaupt. Zehn Minuten Absammeln ersparen eine Woche Fraß.

Asseln und Springschwänze

Diese Aufräumer gehören in jeden gesunden Garten, und meist bleibt der Schaden kosmetisch. Wird es zu bunt, ist die Lösung dieselbe wie bei Schnecken: Verstecke am Stamm beseitigen und die direkte Umgebung etwas aufgeräumter halten. Verlege morsches Holz und Laubhaufen ein paar Meter weiter, dann ziehen die Bewohner mit um. Ganz loswerden willst du sie übrigens nicht: Es sind dieselben Tierchen, die dein Häckselbeet in gute Erde verwandeln.

Eichhörnchen, Mäuse und Vögel

Nager nehmen selten alles, aber ein Eichhörnchen, das deinen Shiitake entdeckt hat, kommt wieder. Das Mittel: ein locker übergestülpter Käfig aus Draht, mit Maschen weit genug für Licht und Luft (etwa zwei Zentimeter), die Ränder eingegraben oder beschwert. Schön ist das nicht, aber es muss auch nur in den zwei Wochen stehen, in denen wirklich Pilze am Stamm hängen. Den Rest des Jahres interessiert sich niemand für einen kahlen Stamm.

Katze, Hund und kleine Gummistiefel

Haustiere und kleine Kinder essen selten Pilze, aber sie laufen gern hindurch. Die Zuchtecke kniehoch mit ein paar Weidenruten oder einer niedrigen Kante abzugrenzen verhindert die meisten Unfälle. Und bring Kindern früh die Hausregel bei, die auch in der Zucht gilt: Schauen ist immer erlaubt, gepflückt wird gemeinsam. Das ist übrigens auch für erwachsenen Besuch mit begeisterten Händen keine schlechte Regel.

Wann ist Fraß ein Zeichen für etwas anderes?

Fraß an den Pilzen selbst ist ärgerlich, aber harmlos für den Stamm: Das Myzel im Inneren merkt nichts davon und schiebt einfach die nächste Welle nach. Siehst du jedoch Gänge und Bohrlöcher im Holz selbst, oder löst sich die Rinde großflächig, dann ist etwas anderes im Spiel, und du darfst uns jederzeit ein Foto schicken. Wahrscheinlich ist es nichts Ernstes, aber das hören wir lieber einmal zu oft als einmal zu wenig.

Die Zusammenfassung für über die Küchentür: in der Dämmerung absammeln, Barriere drumherum, Draht in den Erntewochen, und niemals etwas auf Dinge sprühen, die du selbst essen wirst.

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