Welcher Baum passt zu welchem Pilz?

Wer nachschlägt, welches Holz sich für die Pilzzucht eignet, findet schnell Listen mit Sugar Maple, Hickory und White Oak. Alles prima Bäume, nur stehen sie hier nicht. Diese Seite behandelt Holz, das du bei uns tatsächlich bekommst: aus dem eigenen Garten, vom Gemeindeschnitt oder über einen Baumpfleger.

Die kurze Antwort für alle, die schnell wählen wollen: Buche ist die sicherste Wahl für fast alle Arten, Eiche ist die beste Investition auf lange Sicht, und weiche Hölzer wie Erle, Weide und Pappel liefern schnelle Ergebnisse, sind aber auch schneller erschöpft.

Die Faustregel: Hartholz hält lange, Weichholz geht schnell

Je dichter das Holz, desto länger braucht das Myzel, um es zu erobern, und desto mehr Erntejahre bekommst du zurück. Ein dicker Eichenstamm mit Shiitake kann sechs Jahre oder länger tragen. Ein Erlenstämmchen mit Austernpilzen ist manchmal nach etwa drei Jahren erschöpft, liefert aber innerhalb eines Jahres die erste Ernte. Keins von beidem ist besser, es ist eine Wahl zwischen schnell und lang.

Welcher Baum für welche Art?

BaumGeeignet fürAnmerkung
BucheFast alles: Austernpilz, Shiitake, Igelstachelbart, Nameko, Südlicher AckerlingDer Allrounder unseres Waldes
EicheShiitake, Klapperschwamm (Maitake), Reishi, SchwefelporlingLangsam, dafür jahrelange Ernte
ErleAusternpilz, Samtfußrübling, NamekoSchnelles Ergebnis, kürzere Lebensdauer
WeideAusternpilz, Samtfußrübling, SchwefelporlingNach dem Schnitt überall gratis zu bekommen
BirkeAusternpilz, Shiitake, SchmetterlingstrameteSchön weiches Holz, recht schnell erschöpft
PappelAusternpilz, Südlicher Ackerling, IgelstachelbartDer Pappel-Raupilz trägt sie im Namen
EscheAusternpilz, Goldfell-SchüpplingDurch das Eschentriebsterben viel verfügbar
HolunderJudasohrEigentlich der einzige ernsthafte Bewohner
ObstbäumeAusternpilz, Schwefelporling, JudasohrApfel und Kirsche funktionieren, Pflaume wechselhaft

Steht dein Baum nicht dabei? Fast jeder Laubbaum ist mit dem Austernpilz einen Versuch wert, das ist die unkomplizierteste Art, die es gibt.

Welches Holz solltest du gerade nicht verwenden?

Nadelbäume. Kiefer, Fichte, Lärche und Douglasie stecken voller Harz, damit können unsere Zuchtarten nichts anfangen. Ebenfalls abzuraten: Holz, das schon Monate liegt (dort wohnen bereits andere Pilze), gestrichenes oder behandeltes Holz, und Robinie. Die ist so fäulnisresistent, dass selbst ein Austernpilz dort wenig zu holen hat.

Spielt die Stammdicke eine Rolle?

Ja, mehr als die meisten denken. Ideal ist ein Stamm von 10 bis 40 cm Dicke und 50 bis 100 cm Länge. Dünner als 10 cm trocknet zu schnell aus, dicker als 40 cm braucht sehr lange, bis er durchwachsen ist. Ein dünner Stamm liefert früher Pilze, ein dicker liefert jahrelang. Wir selbst beimpfen am liebsten Stämme von 20 bis 30 cm Dicke: der Mittelweg zwischen Warten und Durchhalten.

Woher bekommst du gutes Holz?

Selbst einen Baum fällen musst du nicht. In den Schnittmonaten (November bis März) fällt in jedem Wohnviertel Holz an. Frag bei der Gemeinde nach, was mit dem Schnittholz passiert, sprich einen Baumpfleger an, wenn in deiner Straße gearbeitet wird, oder schau in den Kleinanzeigen unter Brennholz. Frisch geschlagen ist das Zauberwort: Frag immer, wann gesägt wurde, denn zum Beimpfen willst du Holz von höchstens sechs Wochen. Warum das so ist, liest du in unserem Beitrag über die Impfsaison.

Schwankst du bei einem bestimmten Pilz zwischen zwei Holzarten? Schick uns ein Foto vom Holz, wir denken mit. Das kostet nichts und erspart ein Jahr Warten auf dem falschen Stamm.

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