Ein Eimer Austernpilze auf Stroh: Schritt für Schritt, vom Pasteurisieren bis zur Ernte

Wir haben es in früheren Beiträgen oft als logischen zweiten Schritt nach einem Zuchtset genannt: ein Eimer Stroh mit Brut. Günstig, viel Ernte, und es lehrt dich, wie Züchten wirklich funktioniert. Aber es ist auch die Methode, bei der am häufigsten etwas schiefgeht, und fast immer an einem von vier Momenten. Hier die komplette Methode, mit diesen vier Momenten markiert.

Was brauchst du?

  • Ein Tütchen Austernpilzbrut mit 80 Gramm. Für einen Eimer von 10 bis 15 Litern reicht ein Tütchen locker; mehr Brut bedeutet schnelleres Durchwachsen und weniger Kontaminationsrisiko.
  • Stroh, etwa zwei Kilo trocken. Weizenstroh vom Bauern, Reitstall oder Tierbedarf, in kleine Stücke von fünf bis zehn Zentimetern geschnitten oder gehäckselt.
  • Einen sauberen Eimer von 10 bis 15 Litern mit Deckel und eine Bohrmaschine für die Löcher.
  • Einen großen Topf, Waschkessel oder eine Tonne, um das Stroh in heißem Wasser zu pasteurisieren, plus ein Thermometer.
  • Saubere Hände, einen sauberen Arbeitsplatz und einen Nachmittag.

Schritt 1: den Eimer vorbereiten

Bohre Löcher von 8 bis 10 Millimetern in die Eimerwand, im Rautenmuster alle zehn bis fünfzehn Zentimeter, und ein paar in den Boden zum Abfließen. Durch diese Löcher kommen später die Pilze heraus. Reinige den Eimer danach mit heißem Wasser und einem Schuss Essig oder Alkohol und lass ihn trocknen.

Schritt 2: das Stroh pasteurisieren

Fehlermoment 1. Stroh steckt voller Schimmelsporen und Bakterien, die gegen deine Brut gewinnen, wenn du sie nicht zuerst ausschaltest. Pasteurisieren tut das, ohne dass das Stroh steril sein muss. Erhitze Wasser auf 65 bis 75 Grad, nicht wärmer, denn Kochen vernichtet auch die nützlichen Mikroorganismen, die deinen Austernpilz schützen. Drück das Stroh in einem Netz oder Kissenbezug eine Stunde unter dieses Wasser, halte die Temperatur zwischen 65 und 75 Grad, und nimm es dann heraus.

Schritt 3: abtropfen bis genau richtig

Fehlermoment 2. Zu nasses Stroh ist die häufigste Ursache für einen sauren, stinkenden Eimer. Lass das Stroh abtropfen und auf Handwärme abkühlen, mindestens eine Stunde, und mach dann den Drucktest: Nimm eine Handvoll und drück fest. Ein paar Tropfen dürfen herauskommen, kein Rinnsal. Läuft Wasser heraus, länger abtropfen lassen. Kommt nichts, ist es zu trocken und ein Schuss sauberes Wasser darf dazu.

Schritt 4: mischen und füllen

Fehlermoment 3. Alles, was das Stroh jetzt berührt, muss sauber sein. Wasch dir die Hände bis zu den Ellbogen, arbeite auf einer gereinigten Arbeitsplatte und halte Haustiere und Zimmerpflanzen fern. Zerteile die Brut in Stückchen und misch sie gleichmäßig unter das abgekühlte Stroh. Fülle den Eimer in Schichten, drück jede Schicht fest an, damit keine großen Lufthohlräume bleiben, und sorge dafür, dass an jeder Wand mit Löchern Stroh mit Brut anliegt. Deckel drauf.

Schritt 5: durchwachsen

Stell den Eimer an einen Platz um 18 bis 22 Grad, aus der Sonne, wo er zwei bis drei Wochen in Ruhe stehen kann. Licht ist jetzt nicht nötig. Nach einer Woche siehst du durch die Löcher weißes Myzel erscheinen, nach zwei bis drei Wochen ist das Stroh durch die Löcher hindurch weiß. Riech ab und zu: frisch und nach Wald ist gut, sauer oder nach Alkohol bedeutet zu nass oder zu warm, siehe den Geruchsbeitrag. Eine einzelne grüne Stelle an einem Loch darfst du entfernen; Grün durch den ganzen Eimer ist verloren und beginnt bei Schritt 2 oder 3.

Schritt 6: fruchten

Fehlermoment 4. Sobald der Eimer weiß ist, will er das Gegenteil von dem, was er bisher hatte: kühler, heller und viel feuchter. Bring ihn auf 12 bis 18 Grad, Tageslicht ohne Sonne, und sprüh zwei- bis dreimal täglich auf den Eimer und die Umgebung. Wer den Eimer dort stehen lässt, wo er durchwuchs, warm und dunkel, bekommt nichts oder nur lange Stiele. Innerhalb von ein bis zwei Wochen kommen die Stecknadelköpfe durch die Löcher, und fünf bis sieben Tage später erntest du.

Schritt 7: ernten und wiederholen

Ernte die Fächer, solange die Hutränder noch leicht nach unten gebogen sind, indem du sie an der Basis losdrehst. Ein Eimer dieser Größe liefert in der ersten Welle schnell ein halbes bis ein ganzes Kilo, und danach noch zwei kleinere Wellen mit zwei bis drei Wochen Abstand. Zwischendurch weiter sprühen. Ist der Eimer erschöpft, leicht und trocken, kommt das Stroh als Bodenverbesserer in den Garten oder unter die Braunkappe.

Die vier Momente noch einmal

Pasteurisieren zwischen 65 und 75 Grad. Abtropfen, bis der Drucktest stimmt. Sauber arbeiten beim Mischen. Und umziehen an einen kühlen, hellen Platz, sobald der Eimer weiß ist. Wer diese vier schafft, hat keinen misslungenen Eimer, und wer einen verpasst, weiß jetzt, woran es lag. Der zweite Eimer ist immer besser als der erste, und der dritte ist Routine.

Zurück zum Blog