Grüner Schimmel am Zuchtset: Trichoderma erkennen und was noch zu retten ist
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In unserem Beitrag darüber, was an einem Zuchtset normal ist, gab es eine Ausnahme: Grün. Diese Ausnahme verdient eine eigene Erklärung, denn eine grüne Stelle ist das einzige häufige Problem, bei dem schnelles Handeln wirklich einen Unterschied macht. Hier steht, was du siehst, woher es kommt und was du noch tun kannst.
Woran erkennt man Trichoderma?
Trichoderma beginnt als kleiner weißer Fleck, der sich von normalem Myzel nicht unterscheiden lässt. Innerhalb von ein bis zwei Tagen färbt sich die Mitte grasgrün bis blaugrün und die Stelle wird pudrig, als läge grüner Staub darauf. Dieser Staub sind Millionen Sporen. Typisch ist der scharfe Rand: Das Grün liegt oft wie eine Insel in weißer Umgebung, und diese Insel wächst täglich.
Verwechsle es nicht mit der blaugrünen Verfärbung, die manche Pilze selbst bei Druckstellen bekommen, oder mit den gelben und braunen Stellen, die zu älterem Myzel gehören. Die Kombination pudrig plus grün plus wachsend ist das Erkennungsmerkmal.
Woher kommt er?
Trichoderma ist einer der häufigsten Pilze der Erde. Er steckt in jeder Handvoll Gartenerde, im Kompost, auf altem Holz und in der Luft. In der Zucht halten wir ihn mit sterilem Arbeiten und sauberer Luft draußen, aber sobald ein Block bei dir zu Hause geöffnet ist, lauert er. Ein Schnitt in der Folie ist eine Tür, und ein Block, der zu warm und zu nass steht, eine Einladung. Die Kontamination ist also meist zu Hause entstanden und selten unterwegs, auch wenn wir Letzteres nie ausschließen.
Kann man einen Block mit grüner Stelle noch retten?
Oft ja, wenn du früh dran bist. Die Faustregel: Eine Stelle kleiner als eine Handfläche an der Außenseite lässt sich behandeln, ein Block, der innen grün ist, nicht.
- Stell den Block getrennt auf, weg von anderen Zuchtsets und nicht in der Küche, wo du Essen zubereitest.
- Schneide die grüne Stelle großzügig mit einem sauberen Messer weg, mindestens einen Zentimeter ins gesunde weiße Gewebe hinein. Mach das draußen oder über der Spüle, mit so wenig Staub wie möglich.
- Wirf das abgeschnittene Stück sofort in einem verschlossenen Beutel in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
- Wasch dir die Hände und das Messer, und stell den Block an einen kühleren, luftigeren Platz zurück.
Kommt das Grün innerhalb weniger Tage an derselben Stelle zurück, sitzt es tiefer, als du schneiden kannst, und der Block ist verloren. Nimm dann aber die Ernte mit, die noch dransteht: Pilze, die auf einem gesunden Teil des Blocks wachsen, sind ganz normal essbar, kurz abspülen genügt.
Ist Trichoderma gefährlich?
Für gesunde Menschen nicht. Es ist ein Gartenpilz, mit dem du täglich in Berührung kommst. Trotzdem gilt: nicht absichtlich einatmen, also beim Wegschneiden keine grünen Wolken erzeugen, und wer ein geschwächtes Immunsystem oder Asthma hat, überlässt das Aufräumen besser jemand anderem.
Wie verhinderst du es beim nächsten Mal?
Drei Dinge erledigen neunzig Prozent der Arbeit. Erstens Kühle: Ein Block bei 15 bis 20 Grad ist klar im Vorteil, ab 25 Grad gewinnt Trichoderma fast immer. Zweitens Luft: kein geschlossener Schrank, sondern ein Platz, an dem die Luft ab und zu erneuert wird. Drittens feucht, aber nicht klatschnass: Sprühen ist gut, Wasserpfützen im Beutel nicht. Wer einen Block innerhalb einer Woche nach Erhalt öffnet und direkt arbeiten lässt, statt ihn wochenlang im Karton stehen zu lassen, gibt dem Schimmel außerdem kaum Zeit hineinzukommen.
Wann schreibst du uns?
Immer, wenn das Grün schon in den ersten Tagen nach Erhalt da ist oder sich durch den ganzen Block zieht. Schick ein Foto und deine Bestellnummer über die Kontaktseite, dann schauen wir mit und regeln das. Ein befallener Block ist keine Schande, es ist ein lebendes Produkt, und manchmal gewinnt der falsche Pilz. Wir sorgen dann dafür, dass du trotzdem zum Ernten kommst.