Warum Februar und März die besten Monate sind, um Stämme zu beimpfen

Anfang Februar beginnt für uns der arbeitsreichste Teil des Jahres. Nicht weil es etwas zu ernten gäbe, sondern weil die kommenden Wochen darüber entscheiden, wie alle Stämme dieses Jahres dastehen werden. Die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird, lautet denn auch: Wann kann ich meinen Stamm beimpfen?

Die kurze Antwort: im Februar oder März, auf Holz, das zwei bis sechs Wochen vorher gefällt wurde. Das ist keine Tradition, dahinter stecken drei handfeste Gründe. Die erkläre ich hier, genau wie das, was du tun kannst, wenn du zu spät dran bist.

Warum ist Winterholz besser für Pilze?

Ein Laubbaum zieht im Herbst seine Zucker aus den Blättern zurück und speichert sie in Stamm und Ästen. Ein Baum, der zwischen November und Februar gefällt wird, steckt deshalb voller gespeicherter Nährstoffe. Genau diese Nährstoffe braucht dein Myzel, um das Holz zu besiedeln.

Fällst du denselben Baum im Juni, steckt ein großer Teil dieser Energie im Laub und im Saftstrom. Das Holz ist nasser, ärmer und verdirbt schneller. Es kann trotzdem funktionieren, aber du gibst deinem Pilz einen Rückstand, den er nicht mehr aufholt.

Frisches Holz hat noch keine Bewohner

Der zweite Grund ist die Konkurrenz. Totholz bleibt in der Natur nie lange leer: Sporen von Tintlingen, Rindenpilzen und Schimmelarten, von denen du noch nie gehört hast, schweben das ganze Jahr durch die Luft. Im Winter und zeitigen Frühjahr ist dieser Sporendruck am geringsten.

Beimpfst du im Februar oder März, bekommt deine Art einen fast sauberen Stamm und ein paar Monate Vorsprung, bevor die Konkurrenz richtig loslegt. Das ist das ganze Rennen: Die Art, die das Holz zuerst besetzt, behält es meistens auch.

Wie lange darf Holz liegen, bevor man beimpft?

Zwei bis vier Wochen nach dem Fällen sind ideal, sechs Wochen gehen gerade noch. Direkt nach dem Fällen steckt das Holz noch voller natürlicher Abwehrstoffe, die dürfen erst etwas abklingen. Wartest du Monate, ist das Holz zu trocken geworden und die ersten wilden Pilze sind dir zuvorgekommen.

Bist du unsicher bei einem Stamm, der schon länger im Garten liegt? Schau auf die Stirnseiten. Siehst du dort schon Farbunterschiede, schwarze Streifen oder flaumige Stellen, dann ist der Stamm besetzt und taugt eher als Brennholz.

Geht Beimpfen auch noch im April oder Mai?

Es geht, und es misslingt auch nicht sofort. Aber jede Woche später bedeutet weniger Wachstumszeit vor dem Winter. Ein Stamm, der im März beimpft wurde, kann im Oktober schon weitgehend durchwachsen sein. Ein Stamm von Ende Mai geht halb durchwachsen in den Winter und ist dadurch anfälliger für Frost und Austrocknung.

Bist du spät dran, wähle eine schnelle Art. Der Austernpilz ist der Sprinter unter den Holzpilzen und verzeiht viel. Shiitake ist langsamer und anspruchsvoller, der verdient wirklich einen frühen Start.

Und im Herbst?

Herbstimpfungen werden gemacht, aber wir raten Anfängern davon ab. Das Myzel hat dann höchstens ein paar Wochen, um anzuwachsen, bevor die Bodentemperatur absackt, und ein halb besiedelter Stamm ist im Winter eine Einladung für alles, was auch gerne in Totholz wohnt. Lagere deine Dübel lieber kühl bis Februar, das macht ihnen nichts aus.

So sieht die Impfsaison praktisch aus

So planen wir es selbst, und so funktioniert es auch in einem normalen Garten:

  • November bis Januar: Holz besorgen. Frage bei Baumschnitt in der Nachbarschaft, bei einem Baumpfleger oder der Gemeinde nach frischen Stämmen von Buche, Eiche, Birke, Erle oder Pappel.
  • Februar und März: Löcher bohren (8 bis 10 mm), Dübel hinein, mit dem mitgelieferten Wachs verschließen.
  • April bis Oktober: Stamm in den Schatten legen und bei langer Trockenheit feucht halten. Sonst nichts tun.
  • Nächstes Jahr: Je nach Art und Stammdicke erscheinen die ersten Pilze nach 6 bis 18 Monaten.

Bei jeder Dübelbestellung liefern wir eine Anleitung mit den Bohrabständen und der Wachsmethode Schritt für Schritt mit. Fragen zu deinem eigenen Stamm? Schreib uns einfach, dafür sind wir eine Zucht.

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