Von der Benjeshecke zur Pilzzucht: Züchten im Totholzwall

Benjeshecken tauchen in immer mehr Gärten auf, und das zu Recht: Du stapelst dein Schnittholz zwischen zwei Pfahlreihen, Igel und Zaunkönige freuen sich, und du sparst die Fahrt zum Grünschnittcontainer. Aber eine Seite der Benjeshecke wird selten erwähnt: Sie ist der beste Pilzplatz, den man in einem Garten bauen kann. Schatten, Windschutz, gespeicherte Feuchtigkeit und ein Holzvorrat an einem Ort, mehr verlangt ein Pilz nicht.

Warum funktioniert eine Benjeshecke so gut für Pilze?

Ein dichter Stapel Äste macht sein eigenes Klima. Unten bleibt es feucht, wenn es anderswo schon Wochen trocken ist, die Temperatur schwankt träger als im Freien, und der Wind, der Stämme normalerweise austrocknet, kommt kaum hindurch. Genau unter diesen Bedingungen arbeitet Myzel weiter, während es anderswo stillsteht. In einer normalen Rabatte musst du einen Impfstamm in trockenen Sommern nachwässern, im Herzen einer Benjeshecke rettet er sich selbst.

So wird aus dem Wall eine Zucht

Das Rezept ist einfach: Du behandelst die Hecke wie einen Schrank und die beimpften Stämme wie Bretter, die du hineinschiebst.

  • Beimpfe ein paar frische Stämme von 50 bis 100 Zentimetern, wie im Beitrag zur Impfsaison beschrieben. Für eine Hecke sind Austernpilz und Nameko dankbare Arten, und in einem alten Wall macht sich auch der Samtfußrübling gut.
  • Schieb die Stämme auf halber Höhe hinein, waagerecht, mit mindestens einer erreichbaren Stirnseite, damit du ernten kannst. Nicht ganz unten (zu nass, zu viel Konkurrenz von allem, was dort schon wohnt) und nicht obenauf (zu trocken).
  • Markiere deine Stämme. Ein Kabelbinder oder Farbtupfer pro Art erspart dir in einem Jahr viel Rätselraten, was wo steckt.
  • Fülle die Hecke einfach weiter auf mit Schnittholz wie bisher. Frisches Material obendrauf hält die Feuchtigkeit im Wall.

Kann man die Hecke selbst beimpfen?

Die dünnen Äste des Walls selbst zu beimpfen bringt wenig: Dünnes Holz ist zu schnell erschöpft und zu unberechenbar. Was funktioniert: Leg beim Aufschichten ab und zu ein frisches, dickeres Stammstück mit hinein, das du vorher beimpft hast. Und die Braunkappe ist ein Kapitel für sich: Streu eine Schicht Holzhäcksel am Fuß des Walls entlang und misch Brut hinein, dann bekommt der Pilz den feuchten Heckenfuß geschenkt und der Wall eine Verdauungshilfe zurück.

Was darf in den Wall, und was besser nicht?

Für den Zuchtteil gelten dieselben Regeln wie für freie Stämme: Laubholz ja, Nadelholz nein, und je frischer das beimpfte Stück, desto besser. Das normale Füllholz darf alles sein, was dein Garten hergibt, auch Nadelholz und alte trockene Äste, solange die beimpften Stämme nicht direkt daran liegen. Und denk an die Reihenfolge: erst beimpfen, dann in die Hecke schieben. Im fertig gebauten Wall bohrt es sich schlecht.

Wann siehst du Ergebnisse?

Rechne mit derselben Laufzeit wie bei freistehenden Stämmen, 6 bis 18 Monate je nach Art, mit einem Unterschied: Im Wall erreichen mehr Stämme das Ziel, weil sie Trockenphasen besser überstehen. Die Ernte versteckt sich manchmal zwischen den Ästen, geh in der Saison also jede Woche kurz an beiden Seiten entlang. Pilze auf der Schattenseite sind oft größer und schöner als die auf der Sonnenseite.

Liegt bei dir schon ein Wall und du zweifelst, wo die Stämme hineinpassen? Ein Foto sagt genug, dann zeigen wir dir die Stelle.

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