Pilze züchten im Sommer: welche Arten Wärme vertragen, und wie du den Rest hindurchbringst

Jedes Jahr im Juni bekommen wir dieselben Mails: Der Block tut nichts mehr, der Stamm ist still, was ist los? Meist nichts, außer dass Sommer ist. Die meisten Arten, die wir züchten, sind Herbst- und Frühjahrsarten, die bei 25 Grad in den Sparmodus gehen. Aber ein paar wollen gerade jetzt, und für den Rest gibt es Wege, sie kühl zu halten. Hier der Sommerkalender der Zucht.

Welche Arten lieben den Sommer?

Die tropischen und wärmeliebenden Austernpilze. Der Rosenseitling will 20 bis 30 Grad und ist im Juli am besten, auch auf einem Balkon im Schatten. Der Limonenseitling will 18 bis 28 Grad und macht sich in einem sommerlichen Hauswirtschaftsraum besser als im Winter. Der Lungenseitling ist der Sommerstamm: Wo der graue Austernpilz bei Hitze stillsteht, liefert der Lungenseitling einfach Welle um Welle, und das ist der Grund, warum wir ihn verkaufen. Und der Indische Austernpilz auf Stroh oder Kaffeesatz ist eine Sommerart schlechthin. Siehe den Vergleich im Beitrag über sechs Austernpilze.

Draußen ist die Braunkappe der Sommerkönig: Ein im April angelegtes Häckselbeet liefert von Juni bis Oktober nach jedem Regen große Pilze, sofern das Beet feucht bleibt. Und der Schwefelporling erscheint auf einem durchwachsenen Stamm gerade in den warmen Monaten.

Welche Arten wollen im Sommer nichts?

Shiitake, Igelstachelbart, Klapperschwamm, Nameko, Samtfußrübling und, etwas weniger, der graue Austernpilz. Alles Arten, die bei 10 bis 20 Grad fruchten. Ein Igelstachelbart-Block in einem Wohnzimmer mit 26 Grad tut nichts oder bildet einen gelben, formlosen Klumpen. Ein Shiitakestamm wartet auf den September. Das ist kein Misserfolg, das ist der Kalender. Wer im Sommer unbedingt drinnen züchten will, wählt eine Wärmeart oder macht es kühl.

Wie hältst du einen Block kühl?

Der kühlste Platz im Haus ist im Sommer meist der Hauswirtschaftsraum, der Keller, der Flur oder ein nördliches Schlafzimmer mit geschlossenem Vorhang. Stell den Block dorthin, aus der Sonne und weg von Geräten, die Wärme abgeben. Zwei Tricks, die wirklich funktionieren: den Block in eine flache Schale mit Wasser stellen (ein Zentimeter, nicht mehr), sodass die Verdunstung ihn kühlt, und ein nasses Geschirrtuch über die durchsichtige Box legen, die darüber steht. Wer einen kühlen Kriechkeller oder Keller hat, hat im Juli den besten Zuchtplatz des Hauses. Und sprüh morgens und abends, nicht mitten am Tag: In der Mittagshitze verdunstet es sofort.

Was tust du mit einem kälteliebenden Block, der im Juni ankommt?

Warten, im Kühlschrank. Ein ungeöffnetes Zuchtset von Shiitake, Igelstachelbart oder Klapperschwamm kommt in der Verpackung unten in den Kühlschrank und bleibt dort ruhig, bis die Nächte wieder kühler werden, wie im Urlaubsbeitrag erklärt. Vier bis sechs Wochen sind kein Problem. Noch besser: Bestell diese Arten im Herbst und halte den Sommer für rosa und gelb frei.

Und die Stämme draußen?

Die haben im Sommer nur eine Frage: Feuchtigkeit. Durchwachsene Stämme fruchten bei Hitze nicht, aber das Myzel lebt einfach weiter, solange das Holz nicht austrocknet. Zwei trockene Wochen bedeuten Wasser geben, wie im Wetterbeitrag. Stämme, die im Frühjahr beimpft wurden, stecken jetzt in ihrem ersten und empfindlichsten Sommer: Halte sie im Schatten, deck sie mit Laub oder Häckseln ab und lass sie in Ruhe. Im September belohnt ein Stamm, der gut durch den Sommer gekommen ist, dich mit der ersten Welle.

Der Eimer im Sommer

Ein Eimer Stroh mit grauem Austernpilz ist im Sommer ein Glücksspiel: Das Durchwachsen geht schnell, aber bei 25 Grad und mehr gewinnt grüner Schimmel öfter. Wähle in den warmen Monaten Brut vom Rosenseitling, vom Limonenseitling oder vom Indischen Austernpilz, die wachsen so schnell, dass Kontamination keine Chance bekommt, und stell den Eimer an den kühlsten Platz draußen, in den Schatten. Wer im August mit einem Eimer grauem Austernpilz anfangen will, wartet besser, bis die Nächte unter fünfzehn Grad fallen.

Der Sommerkalender in Kürze

  • Juni: Rosenseitling und Limonenseitling drinnen, Braunkappe draußen, Stämme feucht halten.
  • Juli: dasselbe, plus Schwefelporling auf alten Stämmen nach Regen. Kälteliebende Sets in den Kühlschrank.
  • August: Eimer mit Wärmearten, Holz besorgen für die Stümpfe, die im Herbst frei werden, und den ersten Block grauen Austernpilz für September bestellen.
  • September: Die Saison beginnt neu: kälteliebende Sets, Stämme, die in Gang kommen, und die große Ernte des Jahres.

Der Sommer ist für die Zucht die stille Jahreszeit, und genau dann haben wir Zeit, deine Fragen zu beantworten. Schick sie ruhig.

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